Gruppenbild auf einer Baustelle: acht Personen in dunkelblauer Arbeitskleidung mit blauen und weißen Helmen vor einem Bauschild mit dem Schriftzug GEWERKTON
Illustration (KI-generiert)
AIThis post was created with the assistance of artificial intelligence (AI).

Offenlegung: Gewerkton wird von unserem Verlag gebaut — wir entwickeln es selbst und schreiben auf, was wir dabei lernen.

Bisher war Gewerkton rot: rote Knöpfe in der App, ein rotes Symbol-Set auf der Website. Seit dem 3. Oktober 2026 sieht das Werkzeug für die Baustellendokumentation anders aus. Die Website gewerkton.com, die Web-App, das Studio und die App für iPhone und Android tragen jetzt einen gemeinsamen Auftritt mit dem Namen HORIZON: heller Grund, Schrift in Navy, Flächen in Kobalt, weiße Karten mit weichem Schatten. An einer Sache ändert der neue Look nichts. Gewerkton ist ein Produkt in der Beta, und allgemein verfügbar soll es erst 2027 werden.

Worum es bei Gewerkton geht

Gewerkton setzt dort an, wo auf der Baustelle Wissen verloren geht: in der Baubesprechung, im schnell gesprochenen Diktat, im Foto auf dem Diensthandy. Daraus sollen Mängel, Regieberichte und Nachweise werden, die sich auf das Original zurückführen lassen, und zwar in der Sprache, die das Team auf der Baustelle spricht. Die Website fasst den Anspruch in einem Satz: „Am Bau gilt, was belegt ist.“

Gebaut wird Gewerkton von Thorsten Meyer, und Meyer steuert dafür eine Flotte von KI-Coding-Agenten (Codex und Claude). Im Produkt selbst wird nichts verbindlich ohne Freigabe der Bauleitung. Die Transkription läuft ohne externe Sprachdienste, der Zugriff richtet sich nach Rolle und Projekt, und mit den Daten der Kunden wird keine KI trainiert. Gewerkton besteht aus fünf Linien, die an derselben Belegkette arbeiten: Field für die Erfassung auf der Baustelle, Studio für Pläne und Modelle im Browser, Cloud für Betrieb und Region, Archiv für den Beweis nach Projektende und Betrieb für das fertige Gebäude nach der Übergabe.

Ruhiger Grund, klare Signale

Der sichtbarste Unterschied liegt in der Farbe. In der Web-App ist Rot keine Dekoration mehr, sondern nur noch ein Signal, etwa für eine überfällige Frist oder für das Löschen. Für Bauleitung und Polier ist das mehr als eine Geschmacksfrage. Ist die ganze Oberfläche rot, geht die überfällige Frist darin unter. Jetzt steht die Signalfarbe dort, wo etwas Aufmerksamkeit braucht.

Beim Umbau zeigte sich, dass eine Farbe gut aussehen und trotzdem schlecht lesbar sein kann. Das ursprünglich vorgesehene Kobalt erreichte auf dem hellen Grund nicht das Kontrastverhältnis von 4,5:1, das Gewerkton nach der Richtlinie WCAG 2.1 auf Stufe AA als Arbeitsstandard prüft. Der Ton wurde deshalb minimal nachgedunkelt. Türkis bleibt dem Farbverlauf und der Dekoration vorbehalten und erscheint nie als Schrift auf hellem Grund. Dazu kommen neue Schriften: Archivo, Instrument Sans, Fraunces und IBM Plex Mono.

Die Web-App gibt es hell und dunkel. Vor der Auslieferung wurde sie in 200 Ansichten durchgesehen, auf Deutsch, Englisch, Japanisch und Hindi, bei 390, 834 und 1440 Pixel Breite, also vom Telefon über das Tablet bis zum großen Bildschirm im Baucontainer. Das Ergebnis: kein Text lief über den Rand, keine einzige Fehlermeldung in der Konsole. Die App auf dem Telefon bleibt vorerst hell, ein Dunkelmodus für Mobil kommt in einem späteren Schritt. Web-App und Studio sind seit dem Abend des 2. Oktober im neuen Look online, die Hilfevideos seit dem 3. Oktober.

Startseite der Gewerkton-Web-App im neuen Look: offene Mängel je Gewerk als Balken, eine Karte mit überfälligen Fristen und die letzte Jour-fixe-Besprechung, gefüllt mit fiktiven Demo-Daten
Echter Bildschirm der Gewerkton-Web-App

Neue Symbole und ein Fehler im Dunkeln

Die 26 Symbole der Oberfläche wurden in Kobalt und Navy neu gerendert. Der erste Wurf passte nicht. Im Dunkelmodus standen die Symbole auf weißen Kacheln, und diese Kacheln überdeckten die Beschriftung daneben. Nachgebessert wurde noch am selben Abend: Weiß ist in den Symbolen jetzt durchsichtig, und für den Dunkelmodus gibt es eine eigene Variante. Aufgefallen war der Fehler nicht in einem Test, sondern beim Blick auf die fertige Oberfläche.

Eine Website in vierzig Sprachen, Filme für fünf Regionen

gewerkton.com ist in 40 Sprachen aufgebaut, der Bau der Website erzeugt 529 Seiten. Neu ist eine Regionsauswahl mit fünf Einträgen: Europa, Ostasien, Südostasien, Südasien sowie Amerika und weitere Regionen. Jeder Filmplatz der Seite wechselt mit dieser Auswahl. Wer Südostasien wählt, bekommt die Filmfassung für diese Region. Wo für eine Szene noch keine eigene Fassung vorliegt, zeigt die Seite die europäische.

Die Filme sind KI-generiert, und jede Datei trägt eine entsprechende Kennzeichnung. Was auf den Bildschirmen in den Szenen zu sehen ist, stammt dagegen aus dem Produkt. Die Website sagt dazu wörtlich: „Echte Bildschirme aus der App, gefüllt mit einem erfundenen Vorführprojekt. Die Szenen drumherum sind KI-generiert, was auf dem Bildschirm steht, ist echt.“ Auch die Seiten der Linien Studio, Cloud, Archiv und Betrieb haben einen eigenen Einstieg mit echten Bildschirmen bekommen, auf Deutsch und auf Englisch.

Nach dem Hochladen wurde die Live-Seite noch einmal im Browser durchgespielt, bei drei Breiten und in allen fünf Regionen. Auch dort lief nichts über den Rand, und es gab keine Fehler.

Standbild aus dem Website-Film für Europa: drei Personen in dunkelblauer Arbeitskleidung mit blauen und weißen Helmen stehen in einem hellen Rohbau, eine Bauleiterin fotografiert mit dem Smartphone eine Stütze
Illustration (KI-generiert)

Die App auf iPhone und Android

Die App für die Baustelle hat mit dem neuen Auftritt die Version 0.5.0 erreicht. Auf dem iPhone läuft sie über Apples Testplattform TestFlight im internen Test, die Beta-Prüfung bei Apple ist eingereicht. Die Android-Fassung wurde am 3. Oktober auf einem Pixel 10a durchgetestet: Mangel anlegen mit und ohne Netz, Vorher-Foto, Sprachaufnahme und der Abgleich, sobald das Gerät wieder verbunden ist.

Den neuen Look hat die App in diesem Test bestanden, abgestürzt ist sie nicht. Fertig ist sie trotzdem nicht. Der Prüfbericht nennt fünf größere Befunde, die in eine Befundrunde für die Version 0.5.1 gehen. Einer davon geht direkt auf den neuen Auftritt zurück: Auf dem Kamerabildschirm brechen die Knöpfe mitten im Wort um, aus „Abbrechen“ wird „Abbrech“ und darunter „en“, weil die neuen Knöpfe größere Schrift und mehr Innenabstand setzen.

Mängelliste in der Gewerkton-App auf dem iPhone: Karten mit offenen Mängeln aus dem Demo-Projekt, etwa „Fliesen im Bad 2. OG gerissen“, je mit Ort, Frist und Status „Synchron“
Echter Bildschirm der Gewerkton-App (iPhone, Demo-Daten)

Was Beta hier heißt

Gewerkton nennt 2026 ausdrücklich sein Beta-Jahr. Field, Studio und Cloud sind gebaut. Wer hineinschaut, sieht echten Arbeitsstand, und nicht jede Funktion ist fertig. Studio und Cloud führt die Website als „Öffentliche Beta“, Field ist in der Beta, noch vor der öffentlichen Beta. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für 2027 geplant. Die Website nennt das selbst einen Plan und keine Zusage.

Archiv und Betrieb sind gebaut und in Beta, aber noch nicht bei Kunden im Einsatz. Für die übrigen Linien gilt dasselbe: Keine der fünf war bisher bei einem Kunden im Einsatz. Der neue Auftritt ändert daran nichts. Er macht die Oberfläche ruhiger, die Signale eindeutiger und die Website für Teams in fünf Regionen passender. Die Bewährung auf echten Baustellen, mit echten Fristen und echten Abnahmen, steht noch aus.

Wer Gewerkton früh ausprobieren möchte, kann auf der Website Zugang anfordern und kommt auf die Warteliste. Wie Pläne und Modelle im Browser zusammenkommen, beschreibt die Seite zum Studio, ebenfalls schon im neuen Look.

You May Also Like

Einsatz von RFID-Technologie bei Übergaben

Wie RFID Übergaben beschleunigt und dokumentiert – mit Beispielen, technischen Grenzen und einer praktischen Checkliste für Ihre Einführung.

Übergaben: Übergabeprozesse zwischen Rohbau und Ausbau

So gelingt die Übergabe vom Rohbau zum Ausbau: Protokolle, Mängelverwaltung, Taktplanung und typische Stolperfallen – praxisnah erklärt für Koordinatoren.

Übergaben: Schnittstellen zwischen Gewerken planen

So planen Sie Übergaben zwischen Gewerken richtig: Schnittstellen identifizieren, Verantwortlichkeiten klären, Taktplanung nutzen – mit Praxisbeispielen.

Übergaben: Übergabeverfahren dokumentieren

Übergabeverfahren richtig dokumentieren: Checkliste, Protokoll-Aufbau, Verantwortlichkeiten und Praxisbeispiele für Schichtwechsel, Urlaub und Projektwechsel.