Zwei Fachleute in dunkelblauer Arbeitskleidung lachen vor einem weißen Baucontainer mit dem Schriftzug GEWERKTON
Illustration (KI-generiert)
AIThis post was created with the assistance of artificial intelligence (AI).

Offenlegung: Gewerkton wird von unserem Verlag gebaut — wir entwickeln es selbst und schreiben auf, was wir dabei lernen.

Regie entsteht selten am Schreibtisch. In der Baubesprechung wird eine zusätzliche Leistung angeordnet, der Polier stellt eine Kolonne ab, und am Abend steht die Arbeit auf einem Zettel, wenn überhaupt. Ob daraus Geld wird, entscheidet sich später, meist erst bei der Rechnungsprüfung. „Am Bau gilt, was belegt ist“, lautet der Leitsatz von Gewerkton. Die Baudokumentation ist derzeit in der Beta und setzt genau an dieser Stelle an: Regieberichte und Nachweise sollen bis zum Original zurückführen, und alle Gewerke arbeiten am selben Stand.

Warum der Zettel nicht reicht

Auf der Website von Gewerkton heißt es zum Regiebericht ohne Umschweife: „Genau der Punkt, an dem am Bau sonst das meiste Geld verloren geht.“ Der Grund liegt auf der Hand. Ein Zettel weiß nicht, wer die Leistung angeordnet hat. Er trägt keine Bestätigung der Gegenseite, er lässt sich nachträglich ergänzen, und er fehlt oft genau dann, wenn er gebraucht wird. Gewerkton dreht die Reihenfolge um: Am Anfang steht das Gesagte, daraus wird ein strukturierter Bericht, dann folgt die Bestätigung vor Ort, und am Ende steht ein Dokument, das sich nicht mehr verändern lässt.

Diktieren statt tippen

Leistung, Stunden, Gerät und Material werden gesprochen und von Gewerkton sauber strukturiert. In der Web-App gliedert sich ein Regiebericht in Personal, Geräte und Material, jeweils mit Bezeichnung und Anzahl und Stunden oder mit Menge und Einheit. Dazu kommen Arbeitstag, Ort, Auftraggeber, die Vertretung des Auftraggebers und eine Beschreibung der ausgeführten Leistung. Jeder Bericht gehört genau einer Projektfirma. Anlegen und bearbeiten dürfen Bauleitung und Polier, alle anderen Rollen sehen den Bericht nur lesend.

Als Quelle dient ein verarbeitetes Diktat oder eine Besprechung. Gewerkton erzeugt daraus einen Vorschlag, und die Oberfläche lässt keinen Zweifel daran, was der ist: ein editierbarer KI-Vorschlag, noch ohne Wirkung, der Feld für Feld zu prüfen ist. Ins Formular wandert er erst, wenn bestätigt ist, dass Fakten und Mengen geprüft wurden. Das Vertrauensregister auf der Website fasst das Prinzip so zusammen: „Vom gesprochenen Wort bis zur Freigabe bleibt jeder Schritt nachvollziehbar, ohne dass ein Vorschlag selbst wirksam wird.“

Regiebericht im Status Entwurf in der Gewerkton-Web-App, Titel Zusätzliche Trockenbauarbeiten Flur EG, darunter der Abschnitt Aus Diktat oder Besprechung vorbereiten
Echter Bildschirm der Gewerkton-Web-App

Unterschrift vor Ort, danach ist der Bericht zu

Die Website beschreibt den Ablauf in einem Satz: „Am Bau diktieren, der Auftraggeber unterschreibt auf dem Gerät — fertig ist der fortlaufend nummerierte Regiebericht als PDF, nachträglich nicht mehr bearbeitbar.“ In der Praxis werden zuerst alle Fakten als Entwurf gespeichert. Dann prüft die Vertretung des Auftraggebers den sichtbaren Bericht und unterschreibt direkt auf dem Gerät. Mit der Unterschrift wechselt der Status von Entwurf auf Unterzeichnet, und der Bericht liegt als unveränderliches PDF bereit. Jeder Bericht bekommt seine feste Nummer, laut Website heißt das: „keine Lücken, kein Streit“.

Im Hintergrund legt Gewerkton beim Abschluss eine Prüfsumme von PDF und Unterschrift ab. Wird das PDF später abgerufen, rechnet die App die Prüfsumme neu. Stimmt sie nicht, meldet sie eine fehlgeschlagene Integritätsprüfung, statt die Datei stillschweigend herauszugeben.

Bemerkenswert ist, was die Oberfläche nicht verspricht. Beim Unterschriftsfeld steht, dass es sich um eine einfache elektronische Bestätigung handelt und ausdrücklich nicht um eine qualifizierte elektronische Signatur nach eIDAS. Dieselbe Zurückhaltung zieht sich durch die Website: Firmenstempel werden dort nur als technische Bestätigung dokumentiert, „ohne besondere Rechtswirkung zu behaupten“.

PDF-Seite eines Regieberichts mit Kopffeldern für Projekt, Nummer, Arbeitstag, Ort, Auftragnehmer, Auftraggeber, AG-Vertretung und Herkunft sowie Tabellen für Personal, Geräte und Material, Texte in mehreren Schriften
Echte PDF-Ausgabe der Gewerkton-Web-App (Testdaten)

Im Kopf des PDF stehen neben Nummer, Arbeitstag, Ort und den beteiligten Firmen auch die Vertretung des Auftraggebers und die Herkunft, also die Besprechung, aus der der Bericht stammt. Für gemischte Kolonnen zählt ein weiteres Detail: Eingebettete Schriften geben laut Website Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Thai und Devanagari korrekt im PDF wieder.

Zurück zum Original

Der Kern der Beweiskette ist der Weg zurück. Auf der Website heißt es: „Jede Aufgabe verlinkt auf die Originalstelle im Transkript — mit Audio-Nachhören. Bei ‚das habe ich nie gesagt‘ genügt ein Klick.“ Beim Regiebericht gilt dasselbe. Stammt er aus einer Besprechung oder einem Diktat, zeigt die Detailseite den Knopf „Original anhören“, und die Aufnahme startet an der Stelle, um die es geht. Ist der Originalton nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist gelöscht, sagt die App das ausdrücklich, statt die Lücke zu überspielen.

Zwei Grenzen gehören dazu. Aufgenommen wird nur nach dokumentierter Einwilligung aller Anwesenden. Und wenn die Spracherkennung danebenliegt, lassen sich verhörte Gewerke, Bauteile und Zahlen im Diktat berichtigen, ohne dass die Originalaufnahme verloren geht. Diese Sprach-Korrektur führt die Website unter „Schon gebaut“.

Eine bestätigte Aufgabe ist noch keine Leistung

Neu in der Beta ist ein zweiter Weg zum Regiebericht: „Regie aus dem Arbeitstag“, in der Web-App für die Bauleitung. Er greift von Hand auf bestätigte Originale aus dem Baustellenrundgang zurück. Die App hält dabei fest, dass eine bestätigte Aufgabe noch keine erbrachte Leistung ist; eine KI-Analyse oder eine automatische Abrechnung gibt es an dieser Stelle nicht. Jede Quelle wird einer Position zugeordnet, unbekannte Werte bleiben leer, und solange sie leer sind, lässt sich der Bericht nicht speichern. Für die Rechnungsprüfung ist genau das der Unterschied: Der Bericht entsteht aus Belegen, nicht aus Annahmen.

Ein Stand für alle Gewerke

Eine Beweiskette nützt wenig, wenn sie nur einer Seite gehört. Die Website beschreibt sie als fortlaufende Chronologie aus Gespräch, Transkript, Vorschlag und menschlicher Entscheidung, die nicht nachträglich überschrieben wird. „Der Vorher-Beleg schützt Auftraggeber und Auftragnehmer“, heißt es dort weiter.

Für Nachunternehmer ist das mehr als eine Formel. Unter „Schon gebaut“ führt Gewerkton die Beweis-Symmetrie: Nachunternehmer arbeiten in derselben Beweiskette, nicht in einer schwächeren, und wer beauftragt ist, kann sich genauso belegen wie der Auftraggeber. Meldet ein Nachunternehmer eine Position als erledigt, nimmt das Portal das nur mit Nachher-Foto an. So führt auch er seine eigene Beweis-Spur.

  • Bauleitung: legt Regieberichte an, prüft KI-Vorschläge vor der Übernahme und startet die Regie aus dem Arbeitstag.
  • Polier: legt Regieberichte an und bearbeitet sie, bis die Gegenseite unterschreibt.
  • Nachunternehmer: belegt die eigene Leistung in derselben Kette, erledigt nur mit Nachher-Foto.
  • Vertretung des Auftraggebers: prüft den sichtbaren Bericht und bestätigt ihn auf dem Gerät.

Aus derselben Kette entstehen laut Website Regieberichte, Mängelrügen und Firmenreports. Und weil alle Linien von Gewerkton an derselben Belegkette arbeiten, „nicht an fünf Kopien davon“, beziehen sich Bauleitung, Polier und Gewerke auf denselben Stand. Statt Zettel in der Jackentasche, Liste im Container und Tabelle im Büro gibt es einen Bericht, auf den alle zeigen können.

Was heute gilt

Gewerkton ist in der Beta. Field, die Linie für die Baustelle, steht laut Website im Beta-Stand vor der öffentlichen Beta; Studio und Cloud führt die Website als öffentliche Beta. 2026 ist das Beta-Jahr, die allgemeine Verfügbarkeit ist für 2027 geplant, „das ist ein Plan und keine Zusage“. Fähigkeiten unter „Schon gebaut“ sind gebaut und getestet, bei einem Kunden im Einsatz waren sie noch nicht. Die Bildschirme in diesem Beitrag zeigen ein erfundenes Vorführprojekt und Testdaten.

Die Einzelheiten zu Regieberichten, Diktat und Mängeln stehen auf der Seite von Gewerkton Field. Wie Nachunternehmer im Portal mit Nachher-Foto zurückmelden, beschreibt die Seite zu Gewerkton Cloud. Zugang gibt es schrittweise, über die Warteliste und die Zugangsanfrage auf gewerkton.com.

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